Die Seite wird überarbeitet

Diese Seite wird gerade überarbeitet. Schau bald wieder vorbei.

Projekte//Projekte//editorial_staff//01. JUNI 2026

Wie wir die Deutsche Bahn mit einem Twitter-Drucker und purer Frechheit überzeugt haben

Als freches Studenten-Team gegen etablierte Startups: Wie wir beim DB Mindbox Pitch-Wettbewerb für den Zukunftsbahnhof Wernigerode ohne fertiges Produkt, aber mit schonungsloser Realität und einem analogen Twitter-Drucker die Deutsche Bahn geknackt und ein einjähriges Innovationsprojekt gewonnen haben.

Wenn Studenten bei einem offiziellen Pitch-Wettbewerb der Deutschen Bahn auf etablierte Startups treffen, ist die Rollenverteilung eigentlich klar: Auf der einen Seite durchgestylte Präsentationen und fertige Produkte, auf der anderen Seite... wir. Mein Kumpel Sebastian und ich sind ohne fertiges Produkt, aber mit einer gesunden Portion Dreistigkeit zum Wettbewerb der DB Mindbox für die „Zukunftsbahnhöfe“ angetreten – am Beispiel des Bahnhofs Wernigerode.

Das Ergebnis? Wir haben uns gegen die professionelle Konkurrenz durchgesetzt, den Award mit zwei weiteren Startups abgeräumt und ein ganzes Jahr lang unsere Ideen mit der DB umgesetzt.

Hier ist die Geschichte, warum Frechheit manchmal die beste Strategie ist.

Der Ansatz: Die Wirklichkeit aufzeigen statt Folien verkaufen

Die meisten Teams machen beim Pitchen denselben Fehler: Sie wollen ein Produkt verkaufen, das sie künstlich aufblähen. Wir hatten zu dem Zeitpunkt noch gar kein fertiges Produkt – und genau das haben wir zu unserer Stärke gemacht.

Statt Hochglanz-Mockups zu zeigen, haben wir schonungslos die Wirklichkeit auf den Punkt gebracht. Wir haben aufgezeigt, was ein Bahnhof heute wirklich braucht, um für Reisende attraktiv zu sein, und was im Alltag einfach nur „Noise“ ist. Wir sind komplett im Hackathon-Modus angetreten: pragmatisch, fokussiert und extrem nah an den echten Bedürfnissen der Menschen vor Ort.

Die Idee: Social Media anfassbar machen

Unser Konzept basierte auf der Idee, die digitale Welt und den physischen Raum des Bahnhofs unkompliziert miteinander zu vernetzen. Statt komplexer, teurer Großprojekte haben wir in schlanken, wirksamen Micro-Tools gedacht.

Eines unserer Kern-Features im Hackathon war ein Twitter-Drucker: Ein physisches Tool im Bahnhof, das Social-Media-Interaktionen, Feedback und Live-Meldungen rund um den Bahnhof in Echtzeit auf kleinen Kassenbons ausdruckte und anfassbar machte. Es war spielerisch, es war direkt und es hat funktioniert, ohne dass dafür eine riesige IT-Infrastruktur umgebaut werden musste.

Der Gewinn und das Jahr bei der DB Mindbox

Unsere Kombination aus ehrlicher Analyse, greifbaren Prototypen und einem maximal fokussierten Pitch kam an. Die Jury entschied sich gegen die glattgebügelten Startup-Präsentationen und wählte uns unter die Gewinner.

Aus dem Wochenend-Sprint wurde ein echtes Projekt: Über ein ganzes Jahr hinweg durften wir unsere Ideen im Netzwerk der DB Mindbox weiterentwickeln, testen und auf die Schiene bringen. Es war eine fantastische Zeit, die uns vor allem eins gezeigt hat: Große Konzerne suchen oft gar nicht nach den komplexesten Lösungen – sie suchen nach Menschen, die ein Problem pragmatisch anpacken und einfach machen.

Das Fazit: Mut zum Unperfekten

Dieser Pitch-Sieg war der beste Beweis für unser Entwicklungs- und Business-Prinzip. Du brauchst am ersten Tag kein Millionen-Investment oder ein fertiges Produkt, um zu überzeugen.

Was du brauchst, ist ein glasklarer Blick auf das Problem, eine Prise Mut, um den Status Quo infrage zu stellen, und die Fähigkeit, in Rekordzeit funktionierende Prototypen zu bauen. Am Ende gewinnt nicht die perfekteste PowerPoint-Folie, sondern die ehrlichste Lösung.