
AroundMe: Spatial AR-Interface für intuitive Orientierung im Raum
Schluss mit dem Blick aufs Display: AroundMe ersetzt abstrakte 2D-Karten durch ein perspektivisches AR-Interface für Datenbrillen. Basierend auf Embodied Cognition projiziert das System Points of Interest (POIs) direkt ins Blickfeld – organisiert in intuitiven Zeitringen, um auf einen Blick zu erkennen, was genau jetzt erreichbar ist.
Wie ein 360-Grad-Radar auf Basis von Zeitringen die Interaktion mit unserer Umgebung neu definiert.
Sobald das Smartphone als primäres Interface verschwindet, muss sich unsere Orientierung grundlegend ändern. Aktuell verlieren wir uns oft in digitalen Karten, während wir eigentlich nur schnell einen Kaffee am Bahnhof suchen. Das Problem: Die Abstraktion der Karte bricht den natürlichen Fluss und die Wahrnehmung der Umgebung.
Wir brauchen kein System, das uns mit Daten überschüttet, sondern eines, das uns zeigt, was aus unserer Perspektive in genau diesem Moment erreichbar ist.

Radikale Datenreduktion für schnelle Entscheidungen
Im Alltag fragen wir selten nach exakten Koordinaten, sondern nach Erreichbarkeit: Was schaffe ich in den nächsten 5 oder 10 Minuten? In der Konzeptionsphase nutzten wir einen physischen Schaukasten-Prototypen mit 3D-Topografie, um den Datenraum auf genau diese Fragen zu reduzieren.
Im Modell simulierten wir das Filtern von Rohdaten – von Standorten bis hin zu farblich markierten Gehzeiten auf dem Wegenetz. Der Versuch zeigte klar: Ein intelligentes System muss Daten von einer starren geografischen Ansicht in ein dynamisches, zeitbasiertes Interface übersetzen, das nur das zeigt, was in diesem Moment relevant ist.

Das Ich-Radar: Orientierung in Zeitringen
Für AroundMe haben wir das klassische Karten-Paradigma durch ein 360-Grad-Radar ersetzt. Konzipiert für Wearables wie zukünftige Datenbrillen, folgt die Information der Blickrichtung, statt auf einem statischen Display zu verharren.
Das Interface organisiert die Umgebung nicht nach Geodaten, sondern nach konzentrischen Zeit-Ringen:
- Zone 1 (< 5 Min.): Sofort erreichbar.
- Zone 2 (5–10 Min.): Ein kurzer Fußweg.
- Zone 3 (10–20 Min.): Erfordert Planung.
Points of Interest (POIs) werden als visuelle Anker genau dort eingeblendet, wo sie sich physisch befinden. Der Fokus liegt auf der schnellen Entscheidung. Erst wenn das Ziel feststeht, startet die Wegführung. Das Interface wird zur natürlichen Erweiterung des eigenen Orientierungssinns.

Räumliche Relevanz statt Informationsflut
AroundMe folgt dem Prinzip der Embodied Cognition: Wissen wird durch die Position des eigenen Körpers im Raum unmittelbar begreifbar. Wahre Orientierung entsteht nicht durch die schiere Menge der Daten, sondern durch deren räumliche Einordnung.
Indem wir die abstrakte Karte durch ein direktes, perspektivisches Interface ersetzen, reduzieren wir die Komplexität der Welt auf einen einfachen 360-Grad-Radius.


Das Fazit: Blick nach oben statt auf den Screen
Innovation bedeutet hier, digitale Informationen nahtlos in die physische Realität zu integrieren. Wenn wir Echtzeit-Sensorik und KI-gestützte Filterung nutzen, wird Technologie vom Hindernis zum intuitiven Wegweiser.
Das Ziel: Die Komplexität reduzieren, damit wir den Blick wieder nach oben richten können.